
Als Aromatherapie-Dozentin bekommt man allerlei Anfragen nach Therapievorschlägen, Rezepturen, Wunderheilungen etc. Einige interessante Fragestellungen samt meinen Antworten stelle ich auf Wunsch von LeserInnen den AromainteressentInnen vor. Bitte beachten Sie, dass es sich im Folgenden um Erfahrungswerte und um Ratschläge handelt. Es sind keine Therapieempfehlungen. Wir haften nicht für Schäden, die durch unsere Rezepttipps oder durch die unsachgemäße Anwendung von ätherischen Ölen entstehen. Jeder Besucher dieser Website sollte vor der Selbstmedikation einen Arzt oder eine Heilpraktikerin seines Vertrauen aufsuchen, um sich abzusichern, dass keine lebensbedrohlichen Krankheiten vorliegen.
UNTERSCHIED FETTE UND ÄTHERISCHE ÖLE
Frage: Ich würde gerne wissen, was der Unterschied zwischen ätherischen Ölen und den richtigen Ölen ist? D. G.
Antwort: Sie meinen fette Öle wie Sonnenblumenöl? Ätherische Öle haben in der Pflanze Heilmittelfunktion (also zum abtöten von Bakterien/Viren/Pilzen), vermutlich eine Art hormonelle Funktion und auch Anlock- oder Abstoßfunktion auf Insekten (z.B. Bienen) und Fraßfeinde (z.B. Käfer). Sie enthalten keinen Energiewert, also Kalorien und dienen nicht der “Ernährung” der Pflanze. Sie schmieren nicht und machen keinen Fettfleck auf beispielsweise Papier. Siehe Grafik hier.
Fette Öle dagegen sind oft aus Samen/Kernen hergestellt und enthalten reichlich Kalorien, um die Jungpflanze zum Wachsen zu bringen und um uns mit Energie zu versorgen, dazu mit fettlöslichen Vitaminen und wertvollen Fettbegleitstoffen. Sie fetten und nähren die Haut und machen Fettflecke (überall!).
Manche Pflanzen liefern ätherische Öle und fette Öle, beispielsweise der Lorbeerbaum, die Schwarzkümmelpflanze und der tropische Baum Calophyllum inophyllum.
Das ätherische Lorbeeröl wird aus den Blättern des Mittelmeer-Lorbeers gewonnen (destilliert). Das fette Lorbeeröl wird aus den olivenähnlichen Früchten des Lorbeers gepresst, sieht dann aus wie grüne Butter und riecht sehr streng, wird in der Tiermedizin gegen Verstauchungen (zB von Pferden) genommen. Das ätherische Schwarzkümmelöl wird wie das fette Öl auch aus den Samen einer hübschen Gartenpflanze namens Nigella sativa (Abbildung links, petersilienartige Blättchen) gewonnen. Sie ist mit der "Jungfer im Grünen" (Nigella damascena, Abbildung rechts, fein gefiederte Blättchen) aus mitteleuropäischen Gärten verwandt. Beim Calophyllumöl wird beides aus den Nüssen gepresst, man trennt sie nicht, sondern wendet das stark aromatische fette Öl (duftet etwas wie Maggi und Curry) bei eitrigen Wunden und Krampfadern sowie stark angeschwollenen und schmerzenden Hämorrhoiden an.

ÄTHERISCHE ÖLE IN MINERALÖLEN
Frage: Mir hat jemand empfohlen, ätherische Öle in meine normale Creme und Bodylotion zu geben. Kann ich das bedenkenlos – auch bei meinen Bewohnern (ich arbeite in einem Altenheim) – machen?
Antwort: Eher nicht! Es sollten zumindest ein unbeduftete Kosmetikprodukte sein oder welche, die das BDIH-Siegel tragen, also zertifizierte Naturkosmetik sind.
"Normale" Kosmetik enthält zahlreiche chemisch-synthetische Moleküle, die mittels ätherischer Öle möglicherweise in tiefe Hautschichten geschleust werden könnten, wo sie nicht hingehören und von der herstellenden Firma auch nicht dorthingeplant worden sind. So könnten unnötige Reizungen entstehen.
Die Pharmaindustrie nutzt diese so genannte Carrierfunktion von ätherischen Ölen (sie bestehen aus winzigen und fettlöslichen Molekülen), um fettlösliche Medikamente wie bestimmte Hormone in Hormonpflastern und auch die Stoffe in Nikotinpflastern tief in die Haut hinein zu schleusen.
Wenn eine Unverträglichkeitsreaktion auftreten sollte, wird immer gerne den ätherischen Ölen die Schuld in die Schuhe geschoben und der der Wechselwirkung zwischen beide Produkten, da diese allgemein nicht bekannt ist. Gerade im "offiziellen" Bereich, also Klinik oder Pflegeeinrichtung sollte man also sehr vorsichtig mit solchen Mischungen sein, sie wenn möglich verhindern.
NATUR GEGEN SYNTHETIK, ERKENNEN DER UNTERSCHIEDE
Frage: Liebes Team, bei meiner verzweifelten Recherche im Internet, bin ich auf euch gestossen. Wie erkenne ich als Laie, ob ein Aromaöl 100 % rein (nicht synthetisch) ist? Ich bin in Österreich zu Hause. Beste Grüsse E. S.
Antwort: Leider gibt es für Laien keinerlei Anhaltspunkte, ob ein ätherisches Öl naturrein und nicht verfälscht ist. Und leider werden viele Öle fast immer verfälscht: Zimt, Bergamotte, Wacholder und alle Blütendüfte sind besonders beliebt bei Fälschern.
Mit etwas Erfahrung kann einem ein guter Geruchssinn helfen, doch selbst nach 20 Jahren Aromatherapie bin ich noch nicht so ganz hundertprozentig sicher bei manchen Ölen.
Nur Leute mit Erfahrung mit kinesiologischen Testungen können Öle mit etwas Übung relativ gut auf Qualität testen. Das ist der Grund, warum ich auf meiner Website eine Adressenliste habe, so weiß der Laie wenigstens um die bekanntesten zuverlässigen Firmen.
CHRONISCHE HALSSCHMERZEN
Frage: Ich habe oft Halsschmerzen und verdickte Lymphknoten, was kann ich tun? D. G.
Antwort: Zunächst einmal vom Arzt oder Heilpraktiker abklären lassen, ob es sich nicht um eine schwerwiegende Erkrankung handelt. Wenn es sich einfach um eine konsitutionelle Schwäche handelt, gibt es viele ätherische Öle, die den vollen Ausbruch der Angina abbremsen können.
Viele Menschen haben gute Erfahrungen mit ätherischen Lorbeeröl: 3 Tropfen Lorbeeröl auf 10 ml fetten Öles (circa 2 Esslöffel), es kann reines kalt gepresstes Olivenöl sein oder auch Mandelöl, Traubenkernöl, Sonnenblumenöl. Besonders geeignet ist Avocadoöl, weil es gut einzieht. Gleich auftragen, wenn der leiseste Halsschmerz im Anmarsch ist.
Rosenattar (Rose destlliert auf Sandelholzöl) oder reines Rosenöl sind übrigens wunderbar zum Gurgeln bei Halsentzündung und Halsschmerzen: 1 Tropfen Rosenöl mit zwei oder drei Esslöffeln Meersalz in einem Schraubglas (z B gut gewaschenes Marmeladenglas) gut verschütteln und dann einen Teelöffel auf ein Glas lauwarmes Wasser geben und damit möglichst lange gurgeln. Es muss aber wirklich echtes Rosenöl (oder Rosenattar) sein, 90% aller Rosenöle sind leider synthetisch, da die 15-20 Euro für 1 ml (20 Tropfen) zu teuer erscheinen, doch in einem Tropfen stecken circa 30 Rosen plus die Arbeit des Erntens, die Energiekosten beim Destillieren, der Transport etc.
GERÜCHE IN DER GERIATRIE
Frage: Als Apothekerin im M. Krankenhaus in BG möchte ich gerne für die Geriatrie in unserem Haus eine Aromaölmischung anbieten, die insb. gegen die unangenehmen Gerüche ( Urin, Kot, Erbrochenem) die Geruchswahrnehmung positiv beeinflussen soll. Haben Sie Erfahrung auf diesem Gebiet und könnten mir eine Mischung empfehlen? A. M.-J.
Antwort: Ja, ich habe Erfahrung mit müfflenden Räumen und Gängen im Altenheim.
Da ich bei meinen Kunden auch das Preis-Leistungsverhältnis berücksichtige, kam ich einst auf eine Mischung aus Thymian- und Zitronenöl. Wichtig sind in Einrichtungen mit Senioren feuerfreie Geräte, also am besten Kaltluftvernebler.
Je nach Raumgröße und Ganglänge reicht ein "normaler" Vernebler für 30 bis 500 qm, es gibt jedoch bei Aromatao auch größere Geräte, die viel teurer sind.
Angenommen, Sie erwerben so einen normalen Vernebler, der circa 50 ml Ätherisch-Öl-Mischung fasst und dann mehrmals täglich stoßweise für 15 bis 30 Minuten laufen sollte (am besten mit integrierter oder aber externer Schaltuhr), können Sie sich bei einigen guten Firmen größere Mengen an ätherischen Ölen kaufen (Primavera hat preiswerte Liter-Konditionen) und circa 3:2:1 mischen = beispielsweise 30 ml Zitrone, 20 ml Thymian Thymol und 10 ml Thymian Linalool.
Eukalyptus wäre auch denkbar und auch das fein zitronig duftende Litseaöl: 30 ml Zitrone, 20 ml Eucalyptus globulus (besser, aber teurer E. radiata) und 10 ml Litsea.
Wenn möglich, verwenden Sie Öle aus kontrolliert biologischen Anbau, um mögliche Allergien zu verringern. Und nicht Tag und Nacht beduften.
All diese Öle wirken neben dem guten Duft antibakteriell und antiviral, zudem mutmaßlich immunmodulatorisch, so dass auch auf diesem Gebiet die Gesundheit der Senioren deutlich unterstützt werden kann. Eine Zugabe von Rosmarin oder Lavendelsalbei würde wahrscheinlich sogar demente Personen "aufwecken" und strukturierter werden lassen (siehe Studie in meinem Fachbuch 4. Auflage 02/2008).
BACHBLÜTEN UND AROMATHERAPIE
Frage: Ich möchte Sie fragen ob es Wechselwirkungen zwischen Ätherischen Ölen und Bachblüten gibt? Ich wende bei meinen Wellness-Massagen gerne Ätherische Ölmischungen an und habe eine Kollegin die zu mir kommt, die Bachblüten einnimmt. Ich möchte deshalb wissen, ob besser nur ein fettes Öl eingesetzt werden soll, oder ob Ätherische Öle trotzdem beigemischt werden können. B. W.
Antwort: Das ist ja das schöne an Bachblüten, dass sie sich so gut vertragen mit ätherischen Ölen im Gegensatz zu manchen (hoch potenzierten Homöopathika). Also eine ideale Kombi! Sicherheitshalber sollte eine halbe Stunde zwischen Einnahme von energetisch wirkenden Mitteln wie den Bachblüten vergehen und der Aroma-Massage.
ROSENEXTRAKT UND ROSENHYDROLAT
Frage: Gratulation zu Ihrer Page. Vielleicht können Sie mir eine Frage über Rosen-Konzentrat beantworten. Kann ich das Konzentrat unverdünnt einnehmen? Was muss ich beachten und was bewirkt es? Für was ist Rosen Konzentrat überhaupt gedacht? M.G.
Antwort: Ich kann mich nur an RosenHYDROLAT auf meiner Website erinnern... Hydrolat jedenfalls kann man unverdünnt einnehmen (3 x tägl. 1 Esslöffel), sofern man eine gute Qualität bekommt, zB von www.farfalla.ch, www.neumond.de, www.light-of-nature.de, www.etherischeoele.de, www.primavera-life.de (in Letzterem ist allerdings etwas Alkohol drin, also nicht für Alkoholiker geeignet und auch nicht – im Gegensatz zu den Erstgenannten – zur Babypopopflege oder zur Gesichtspflege bei trockener Haut). In Apotheken bekommt man fast nur synthetisches Rosenwasser für die Marzipanherstellung, dieses hat keine heilenden Eigenschaften.
WÄSCHEBEDUFTUNG
Frage: Kann man eigentlich Wäsche mit ätherischen Ölen beduften, im Sinne von „Weichspüler“ oder dergleichen? Kann man sie irgend etwas beimischen, wie zB dem Mulsifan beim Baden? M.S.
Antwort: Zum Beduften der Wäsche muss man das ätherische Öl mit dem Lösungsvermittler LV 41 (von Spinnrad, Duft und Schönheit etc.) (oder mit Mulsifan oder Solubol) vermischen und in den letzten Klarwaschgang oder Weichspülgang geben.
Als wunderbaren Waschmaschinenduft beim Einsatz von unbedufteten Bio-Waschsubstanzen: 5 ml Lavandinöl, 2 ml Patchouliöl, 2 ml Rosmarinöl (spanisch/Ct. Borneon) mit 1 ml Mulsifan/Solubol vermischen und nach gutem Schütteln bei jedem Waschgang 1 ml/20 Tr. in das Weichspülerfach geben. Der Emulgator ist nötig, um die
ätherischen Öle wasserlöslich zu machen, Patchouliöl (oder Atlaszederöl) bindet den Duftmix leicht an die Textilien. Zum Waschen keine ätherischen Öle verwenden, die reich an Monoterpenen sind, wie Zitrusöle oder Nadeldüfte, sie könnten Gummis und Kunststoffe angreifen.
FALLENLASSEN
Frage: Eine Freundin von mir hat mich um eine Massagemischung gefragt
für die mein Wissen allerdings lange nicht reicht, deshalb wende ich mich an Sie.
Sie wurde früher des öffteren von Männern (mit denen sie zusammen war)
ziemlich grob sexuell behandelt und hat seither massive Probleme sich fallen zu lassen.
Seit ca einem halben Jahr hat sie nun endlich einen sehr liebevollen und einfühlsamen Partner gefunden, mit dem sie alles Schritt für Schritt aufarbeiten kann.
Sie wollte von mir eine Essenzmischung für eine Genitalmassage die durchblutungsfördernt,
hautpflegend und aphrodisierend wirkt!
Das ist eine echte Herausforderung für mich und ich weiss nicht weiter!
Mit Oelen die für die Intimschleimhaut geeignet ist habe ich keine Erfahrung und es ist mir zu heikel etwas selbst zu zaubern! Ich wäre froh, wenn sie mir ein paar Oele nennen könnten die für eine Mischung in dieser Körperregion geeignet sind! Ich dachte so an Rose, Rosengeranie, Sandelholz, Ingwer, Manuka od Frangipani!?????? J. M.
Antwort: Zum Thema Fallenlassen und sexuell-zu-sein fällt mir spontan Vetiver ein, das eine "anfeuernde" Wirkung auf das Becken haben soll,es wird gerne zum Sich-wieder-nähern bei Sexualdelikte-Opfern verwendet, zunächst als Fuß- und/oder Handmassage, dann als Unterschenkelmassage und erst wenn der seelische Weg in die intimeren Regionen wieder frei ist, kann die Person das Öl in einer Mischung so verwenden, wie Sie es vorschlagen.
Patchouli oder Sandelholz wären eine Ergänzung oder Alternative für diesen seelischen Bereich.
Gegen den Schock, die Traumen wäre Neroli, Ylang Ylang und (falls sie keine Allergien hat) römische Kamille ideal. Zum Loslassen, sich fallen lassen, entkrampfen. Auch etwas Rose, Champaca, Frangipani oder Osmanthus wäre denkbar.
Das Thema Durchblutungsförderung würde ich zunächst nicht so offensiv angehen, das wäre ein viel späterer Schritt. Dazu dann 2 Tropfen Nelkenknospenöl oder Ingweröl zur Mischung geben.
Denkbar wäre folgende Mischung, Sie haben grundsätzlich schon einige gute Ideen gehabt:
50 ml Jojobaöl (bei sehr trockener Vaginalschleimhaut wäre ein Anteil von 10 ml Granatapfelsamenöl denkbar oder auch gutes Olivenöl)
3 - 6 Tropfen Vetiver (Patchouli, Sandelholz, oder alle drei je 2 Tropfen, das sollte ihre Freundin wenn möglich erriechen, alle drei sind extrem schleimhautverträglich))
4 Tropfen Ylang Ylang (oder je 2 Tr. Rose und Osmanthus oder auch Frangipani)
5 Tropfen Neroli
10 Tropfen Vanilleextrakt
Die traumhafte fertige Mischung von Farfalla "Geborgenheit" geht etwas in diese Richtung, wäre auch für diesen Zweck denkbar, einfach einige Tropfen Neroli dazugeben.
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CHRONISCHE WUNDEN UND ÄTHERISCHE ÖLE
Frage: Haben sie Erfahrungen im Einsatz ätherischer Öle in der Behandlung von chronischen Wunden? Gibt es dazu Studien oder Fachliteratur?
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. DGKS S B aus Österreich
Antwort: Kennen Sie das International Journal of Clinical Aromatherapy? Das Heft Nr. 3 hat sich ganz diesem Thema (Wound Care) gewidmet. Herausgeber Bob Harris ist sehr kompetent und engagiert. Es ist allerdings in englisch: http://www.ijca.net
In den Heften 31 und 32 von Forum Essenzia sind etliche übersetzte Studien-Abstracts (Zusammenfassungen) und auch Beschreibungen von Wundmanagement-Maßnahmen (von Dr. Steflitsch, Wien), eigentlich genau das was sie suchen. http://www.forum-essenzia.de
ÄTHERISCHE ÖLE IM AKUTSPITAL
Frage: Guten Tag Frau Zimmermann, mein Name ist D. M., ich bin zurzeit in Luxemburg im letzten Jahr der Krankenpflegerausbildung , inder ich eine Abschlussasrbeit schreiben muss. Ich habe mich für die Arbeit "Aromatherapie im Akutspital (akuter Schmerz)", mit der Fragestellung, ob der Krankenpfleger/ die Aromatherapie auf einer akut medizinischen Station als Ergänzung zur herkömmlichen Schmerztherapie sieht. Da Sie so viel Erfahrung in dem Bereich Aromatherepie haben, und ich auch schon ihr interessantes Buch "Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe" gelesen habe, wollte ich Sie fragen ob Sie auch noch zusätzliche Materialien haben, welcher sich auf unser Thema, beziehen.
Ich hoffe auf eine Antwort mit freundlichen Grüssen, ihr D.
Antwort: Ihre Anfrage ist ein großes und spannendes Themengebiet. Kennen Sie das International Journal of Clinical Aromatherapiy? Das Heft Nr. 1 hat sich ganz diesem Thema (Pain: Pathology & Management) gewidmet. Herausgeber Bob Harris ist sehr kompetent und engagiert. Es ist allerdings in englisch: http://www.ijca.net
Mir fällt gerade noch die Kopfschmerzstudie von Prof. Göbel (Schmerzklinik Kiel) ein und eine Tierstudie, die Lorbeeröl und Morphiumspritzen gleich setzte. Konzentrieren Sie sich auf Mentha piperita, dieses Öl bzw. Menthol wirkt als Kalzium-Antagonist vom Dihydropiridin-Typ und ist wirklich wunderbar bei Schmerzen. Und hilfreich bei Endoskopien, da die Patienten weniger Darmspasmen haben.
VORBEUGUNG GEGEN WECHSELJAHRESBESCHWERDEN
Frage: Mit welchen Ölen kann ich möglichen Wechseljahresbeschwerden rechtzeitig vorbeugen?
Antwort: Um gesund und fit durch die Wechseljahre zu kommen, ist das kostbare fette Öl aus den Samen des Granatapfels innerlich eingenommen (15 bis 30 Tropfen täglich reichen) eine gute Hilfe, es enthält zwar Phytoöstrogene, wirkt jedoch nicht tumorverstärkend wie manche andere Phytoöstrogene wie beispielsweise Rotkleeextrakte und Sojaphytoöstrogene, vor denen ein mit mir arbeitender Arzt für Naturheilkunde dringend abrät.
Bei Hitzewallungen helfen Pfefferminze- und oder Rosenhydrolat ins Gesicht oder auf den Nacken gesprüht. Auch kühle Fußbäder mit 2 Tropfen Muskatellersalbei (in 2 Esslöffel Meersalz emulgiert).

LIEBESKUMMER UND EMPFINDLICHE HAUT
Frage: Ich hätte eine wichtige Frage, welche Öle empfehlen Sie bei Liebeskummer oder Eifersucht? Außer dass man sich mit sich selbst und dem beschäftigen soll, was ansteht, können Öle oder eine Ölmassage sicherlich sehr hilfreich sein. Können Sie mir vielleicht etwas empfehlen?
Außerdem interessiert mich sehr welche Öle ich auf meine Haut mischen kann um ein wenig der Alterung vorzubeugen oder vielleicht sogar ein wenig zu glätten? Ich bin 46 und habe leider eine sehr dünne Haut die leicht zu Falten neigt. Liebe herzliche Grüße und ein großes Danke im Voraus! E. S. aus Italien
Antwort: Es gibt selten ätherische Öle, die man pauschal “gegen Eifersucht” oder “bei Liebeskummer” einsetzen kann. Es hängt doch sehr von der Persönlichkeit ab, wie sich bei einem Individuum beispielsweise Eifersucht bemerkbar macht: der eine wird rasend wütend, die andere depressiv, einer hört auf zu essen, die andere frisst alles mögliche (in sich hinein) etc. In diesem Sinne versteht die Aromatherapie sich als ganzheitliche Heilmethode, die den ganzen Menschen betrachtet und berät und nicht ein einzelnes Symptom. Darum kann ich Ihnen dazu keinen Tipp geben.
In meinem “kleinen” Buch Aromatherapie – Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle sind sehr viele Tipps gegen Hautalterung angesprochen. Auf diesem Gebiet können die stark antioxidativ wirksamen fetten und ätherischen Öle in der Tat viel bewirken. Schauen Sie auch mal bei http://www.olionatura.de, dort finden sie die sensationellsten Tipps für Anti-Ageing-Kosmetik zum Selbermachen.
TEEBAUM IM MUNDRAUM
Frage: Ich habe einen Schrecken erlebt. Da Teebaumöl gut für die Wundbehandlung ist, habe ich eine Wundstelle im Mund behandelt (bepinselt). Die Schmerzen sind besser, die Schwellung beim operierten Zahn ist stark zurückgegangen, aber heute nehme ich das Etikett von der Flasche runter, um die Flasche zu reinigen und sehe, dass es Lungenschäden hervorrufen kann. Was soll ich jetzt tun, die Behandlung des Zahnes liegt schon 2 Wochen zurück? J.G.
Antwort: Genau wegen solcher „Scherze“ aus Brüssel biete ich meine ausführlichen Ausbildungskurse an. Hier ging es ursprünglich mal um den Schutz der Leute, die ätherische Öle und Ähnliches in Fässer um- und abfüllen. Leider hat die Aromaöle-Industrie keine Lobby, so dass sich keiner wehrte, als es um die Definition „Gebinde” ging; es handelt sich nicht nur um Fässer, sondern auch um kleine oder gar winzige Fläschchen. Sie finden die Erläuterung auf Seite 38 rechte Spalte meines Buches.
Keine Sorge, Sie haben Ihrem Zahn sicherlich etwas Gutes getan (falls es sich nicht um altes Tea Tree-Öl handelt, denn es wird leider sehr schnell Haut reizend).
TEEBAUM UND SICHERES GURGELN MIT ÄTHERISCHEN ÖLEN
Frage: Ich habe oft Halsschmerzen, meine Heilpraktikerin hat mir empfohlen, dann mit Teebaumöl zu gurgeln. Wie genau dosiere ich es?
Antwort: Zum Gurgeln mit Teebaumöl (oder auch anderen Ölen wie Zitrone, Salbei oder Bergamotte) sind vier Dinge zu beachten:
1) Es muss absolut frisch sein, dh nicht älter als sechs Monate nach dem ersten Öffnen, da dieses Öl unter Einfluss von Sauerstoff (oben in der angebrochenen Flasche) sehr hautreizende Peroxide bilden kann, u.a. Ascaridol. Auch wenn man keine Reizungen bekommen sollte, besteht die Gefahr, dass man sich mit den Peroxiden Allergien heranzüchtet.
2) Es muss von einer wirklich guten Firma stammen und darf nicht ein paar Euro für 30 ml kosten, denn dann handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um das echte Öl von Melaleuca alternifolia mit den entsprechend heilsamen, verträglichen und gut studierten Inhaltsstoffen (oder ist gar oxidiert, wie es eine Apotheke an einem Discounteröl nachweisen konnte).
3) Zum Gurgeln oder Inhalieren mit ätherischen Ölen reichen IMMER ein oder zwei Tropfen, denn in einem Tropfen ätherischen Öles stecken ganze Körbe voll mit der jeweiligen Heilpflanze, damit würde niemand inhalieren. Kürzlich haben meine Kursteilnehmer und ich 4,5 kg Lorbeerblätter klein geschnitten und destilliert und heraus kam noch nicht mal ein Tropfen!!!!!
4) Der Tropfen Öl sollte emulgiert werden, da ätherische Öle nicht wasserlöslich sind, also mit dem "offiziellen" Emulgator Solubol (Apotheke http://www.larome.de) oder mit Salz, Sahne oder Honig. Wegen der austrocknenden Wirkung von Salz wurde ich in deinem speziellen Fall davon abraten und zu Sahne raten, also 2 TL Sahne und ein Tropfen Teebaumöl gut vermischen und mit lauwarmem Wasser aufgießen und gut nach hinten rachenwärts gurgeln. Wenn du etwas davon verschlucken solltest, macht das nichts. Wenn dir der Geschmack nicht behagt, kannst du noch einen Tr. Zitronenöl hinzufügen. Oder das von einer Apotheke bei München hergestellte Mundwasser mit Teebaum bei http://www.etherischeoele.de/shop/index.php?page=shop.browse&category_id=10&option=com_virtuemart&Itemid=26 bestellen. Oder das fertige Gurgelmittel mit ätherischen Ölen von der Firma Bombastus in jeder Apotheke kaufen.
TEEBAUM FÜR KATZEN
Frage: In letzter Zeit habe ich mehrmals gehört, dass Teebaumöl für Katzen giftig sei. Die Tochter einer Freundin ist Heilpraktikerin für Tiere und begründet es damit, dass die Katzen den Duft zwar einatmen können, aber dass es bei der Ausatmung zu spastischen Krämpfen im schlimmsten Fall bis zum Tod kommt. Auch kämen im Winter, wenn die Duftlampen häufiger in Gebrauch sind, mehr Tiere mit solchen Beschwerden in die Praxis.
Ich habe meine ersten Erfahrungen mit Teatree an meinen Katzen und ihren vereiterten Zeckenbissen gesammelt. Die Wirkung war überzeugend, aber nach kurzer Zeit haben die Katzen auf den Duft wie wahnsinnig reagiert. Hast Du irgendwelche Erkenntnisse, die da weiterhelfen oder schreibt da wieder einer vom anderen ab und plappert es weiter? M. H.
Antwort: Es scheint tatsächlich etwas dran zu sein. Das mit dem für Katzen giftige Teebaum-Öl (Melaleuca alternifolia) stand vor einigen Jahren im Stern. Ich denke, das Problem hat mit dem extrem schnellen Verfall dieses Öls zu tun. Einerseits kaufen die Leute nur sogenanntes Teatree-Öl bei Discountern, darin kann viel 1,8-Cineol enthalten sein. Das ist der Bestandteil, der ähnlich wie Kampfer riecht und bei empfindlichen Lebewesen zu Atemwegskrämpfen führen kann (nicht umsonst kann man Motten und anderen Insekten mit Kampferprodukten auf den Leib rücken). Oder es stammt von einer anderen Melauca-Art, die eventuell nicht so gut verträglich ist.
Andererseits haben ein paar wenige Leute zwar kostbares, echtes und teures Öl der Melaleuca alternifolia, lagern es aber vielleicht zu lange, zu hell, zu warm, zu feucht. Dann bildet sich spätestens nach einem halben Jahr extrem hautreizendes Ascaridol, das vor allem im sauren pH-Bereich sehr reizt. Kein Wunder, dass Dermatologen gegen die Selbsttherapie bei Vaginal-Candida rebellieren, dort herrscht ein saures Milieu und genau dahin schmieren viele Frauen „literweise“ Teatree-Öl. Möglicherweise haben Katzen auch niedrigere pH-Werte auf Fell und Haut, keine Ahnung, auf alle Fälle sind es ja meistens sehr sensible Tiere. Sie haben ja auch eine viel höhere Körpertemperatur als Menschen und Hunde.
Mehr über ätherische Öle und Hydrolate für Tiere hier.
TEEBAUM – EIN FETTES ÖL?
Frage: Ich bin froh ihre Seite gefunden zu haben, denn ich habe zwei Fragen, zu denen es unterschiedliche Antworten gibt. Beinhaltet 100%iges Teebaumwasser ätherische Öle und gehört Teebaumöl zu den ätherischen Ölen oder zu den Fetten Ölen ??? Ich befragte einen kompetenten Apotheker und der teilte uns mit, dass Teebaumöl zu den sogenannten Fette Ölen gehören würde (Rizinus-Öl etc... ). Da aber Teebaumöl so stark riecht, bin ich mir seiner Antwort nicht ganz sicher! Ich hoffe, sie können mir helfen, diese Antwort ist wichtig! Weiterhin würde mich interessieren, ob auch Hunde mit Teebaumwasser äußerlich behandelt werden können und wenn ja, auf was sollte man bei dieser Anwendung achten. G.M.
Antwort: Ehrlich gesagt, von kompetent kann bei Ihrem Apotheker aber in dieser Hinsicht nicht die Rede sein. Teebaumöl (aus Melaleuca alternifolia) gibt es nur als ätherisches Öl, da die Blätter dieses Baumes (den ich als Bäumchen in meinem Garten stehen habe), aus denen das ätherische Öl gewonnen wird, keine Fette enthalten. Eine Analyse von möglichen Inhaltsstoffen kann der Herr Apotheker gerne in meinem Fachbuch „Aromatherapie für Pflege und Heilberufe” (Sonntag Verlag) nachlesen, darin findet er die Gaschromatogramme (die chemischen Analysen) von über hundert ätherischen Ölen.
Es gibt zwei Verwechslungsmöglichkeiten bei fetten und ätherischen Ölen: einmal das Lorbeeröl, das es in der fetten und in der ätherischen Variante gibt; das fette Öl (es ist butterartig fest) stammt aus den wie Mini-Oliven aussehenden Früchten des Lorbeerbaumes, das ätherische Öl wird aus den Blättern des gleichen Baumes gewonnen.
Zweitens: Beim wundheilenden Calophyllum-Öl (aus Calophyllum inophyllum) und beim Bronchien erweiternden Schwarzkümmelöl (aus Nigella sativa) handelt es sich um fette Öle, die noch Restbestandteile, ggfs. bis zu 2 Prozent an ätherischem Öl enthalten. Ganz selten findet man auch ätherisches Schwarzkümmelöl.
Teebaumhydrolat kann noch einige wenige Prozente an ätherischem Öl enthalten (bis zu 2 Prozent). Hunde kann man mit Teebaumhydrolat behandeln, überhaupt eignen sich die sanfteren Hydrolate besser als ätherische Öle zur Behandlung von Tieren.
SASSAFRAS
Frage: Wir sind auf der Suche nach Sassafras, ein etherisches Öl das zur Raucher-Entwöhnungs-Therapie eingesetzt wird. Bei unserem Fachhandel am Ort bekommt man es im Augenblick nicht mehr, da die Nachfrage zu gering ist. Oft liegt es aber an der Unbekanntheit dieses Etherischen Öl´s. Wir hoffen, dass sie uns dieses Sassafras anbieten können. A.R.
Antwort: Ich bin überhaupt keine Befürworterin der Anwendung des ätherischen Öles des Sassafras-Baumes, da es fast nur aus dem erwiesernermaßen Leberkrebs erzeugenden Phenylether Safrol (bis zu 95%) besteht, das heißt ja fast, den möglichen Lungenkrebs durch eine andere Krebsart ersetzen zu wollen.
© Eliane Zimmermann | Nachdruck und gewerbliche Verwendung nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Eliane Zimmermann.
Bitte beachten Sie, dass das Urheberrecht auch dieser Texte bei Eliane Zimmermann liegt. Zitieren, auch auszugsweise, ist nur mit Erlaubnis der Autorin gestattet.
CHRONISCHE WUNDEN UND ÄTHERISCHE ÖLE
Frage: Haben sie Erfahrungen im Einsatz ätherischer Öle in der Behandlung von chronischen Wunden? Gibt es dazu Studien oder Fachliteratur?
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. DGKS S B aus Österreich
Antwort: Kennen Sie das International Journal of Clinical Aromatherapy? Das Heft Nr. 3 hat sich ganz diesem Thema (Wound Care) gewidmet. Herausgeber Bob Harris ist sehr kompetent und engagiert. Es ist allerdings in englisch: http://www.ijca.net
In den Heften 31 und 32 von Forum Essenzia sind etliche übersetzte Studien-Abstracts (Zusammenfassungen) und auch Beschreibungen von Wundmanagement-Maßnahmen (von Dr. Steflitsch, Wien), eigentlich genau das was sie suchen. http://www.forum-essenzia.de
ÄTHERISCHE ÖLE IM AKUTSPITAL
Frage: Guten Tag Frau Zimmermann, mein Name ist D. M., ich bin zurzeit in Luxemburg im letzten Jahr der Krankenpflegerausbildung , inder ich eine Abschlussasrbeit schreiben muss. Ich habe mich für die Arbeit "Aromatherapie im Akutspital (akuter Schmerz)", mit der Fragestellung, ob der Krankenpfleger/ die Aromatherapie auf einer akut medizinischen Station als Ergänzung zur herkömmlichen Schmerztherapie sieht. Da Sie so viel Erfahrung in dem Bereich Aromatherepie haben, und ich auch schon ihr interessantes Buch "Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe" gelesen habe, wollte ich Sie fragen ob Sie auch noch zusätzliche Materialien haben, welcher sich auf unser Thema, beziehen.
Ich hoffe auf eine Antwort mit freundlichen Grüssen, ihr D.
Antwort: Ihre Anfrage ist ein großes und spannendes Themengebiet. Kennen Sie das International Journal of Clinical Aromatherapiy? Das Heft Nr. 1 hat sich ganz diesem Thema (Pain: Pathology & Management) gewidmet. Herausgeber Bob Harris ist sehr kompetent und engagiert. Es ist allerdings in englisch: http://www.ijca.net
Mir fällt gerade noch die Kopfschmerzstudie von Prof. Göbel (Schmerzklinik Kiel) ein und eine Tierstudie, die Lorbeeröl und Morphiumspritzen gleich setzte. Konzentrieren Sie sich auf Mentha piperita, dieses Öl bzw. Menthol wirkt als Kalzium-Antagonist vom Dihydropiridin-Typ und ist wirklich wunderbar bei Schmerzen. Und hilfreich bei Endoskopien, da die Patienten weniger Darmspasmen haben.
VORBEUGUNG GEGEN WECHSELJAHRESBESCHWERDEN
Frage: Mit welchen Ölen kann ich möglichen Wechseljahresbeschwerden rechtzeitig vorbeugen?
Antwort: Um gesund und fit durch die Wechseljahre zu kommen, ist das kostbare fette Öl aus den Samen des Granatapfels innerlich eingenommen (15 bis 30 Tropfen täglich reichen) eine gute Hilfe, es enthält zwar Phytoöstrogene, wirkt jedoch nicht tumorverstärkend wie manche andere Phytoöstrogene wie beispielsweise Rotkleeextrakte und Sojaphytoöstrogene, vor denen ein mit mir arbeitender Arzt für Naturheilkunde dringend abrät.
Bei Hitzewallungen helfen Pfefferminze- und oder Rosenhydrolat ins Gesicht oder auf den Nacken gesprüht. Auch kühle Fußbäder mit 2 Tropfen Muskatellersalbei (in 2 Esslöffel Meersalz emulgiert).

LIEBESKUMMER UND EMPFINDLICHE HAUT
Frage: Ich hätte eine wichtige Frage, welche Öle empfehlen Sie bei Liebeskummer oder Eifersucht? Außer dass man sich mit sich selbst und dem beschäftigen soll, was ansteht, können Öle oder eine Ölmassage sicherlich sehr hilfreich sein. Können Sie mir vielleicht etwas empfehlen?
Außerdem interessiert mich sehr welche Öle ich auf meine Haut mischen kann um ein wenig der Alterung vorzubeugen oder vielleicht sogar ein wenig zu glätten? Ich bin 46 und habe leider eine sehr dünne Haut die leicht zu Falten neigt. Liebe herzliche Grüße und ein großes Danke im Voraus! E. S. aus Italien
Antwort: Es gibt selten ätherische Öle, die man pauschal “gegen Eifersucht” oder “bei Liebeskummer” einsetzen kann. Es hängt doch sehr von der Persönlichkeit ab, wie sich bei einem Individuum beispielsweise Eifersucht bemerkbar macht: der eine wird rasend wütend, die andere depressiv, einer hört auf zu essen, die andere frisst alles mögliche (in sich hinein) etc. In diesem Sinne versteht die Aromatherapie sich als ganzheitliche Heilmethode, die den ganzen Menschen betrachtet und berät und nicht ein einzelnes Symptom. Darum kann ich Ihnen dazu keinen Tipp geben.
In meinem “kleinen” Buch Aromatherapie – Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle sind sehr viele Tipps gegen Hautalterung angesprochen. Auf diesem Gebiet können die stark antioxidativ wirksamen fetten und ätherischen Öle in der Tat viel bewirken. Schauen Sie auch mal bei http://www.olionatura.de, dort finden sie die sensationellsten Tipps für Anti-Ageing-Kosmetik zum Selbermachen.
TEEBAUM IM MUNDRAUM
Frage: Ich habe einen Schrecken erlebt. Da Teebaumöl gut für die Wundbehandlung ist, habe ich eine Wundstelle im Mund behandelt (bepinselt). Die Schmerzen sind besser, die Schwellung beim operierten Zahn ist stark zurückgegangen, aber heute nehme ich das Etikett von der Flasche runter, um die Flasche zu reinigen und sehe, dass es Lungenschäden hervorrufen kann. Was soll ich jetzt tun, die Behandlung des Zahnes liegt schon 2 Wochen zurück? J.G.
Antwort: Genau wegen solcher „Scherze“ aus Brüssel biete ich meine ausführlichen Ausbildungskurse an. Hier ging es ursprünglich mal um den Schutz der Leute, die ätherische Öle und Ähnliches in Fässer um- und abfüllen. Leider hat die Aromaöle-Industrie keine Lobby, so dass sich keiner wehrte, als es um die Definition „Gebinde” ging; es handelt sich nicht nur um Fässer, sondern auch um kleine oder gar winzige Fläschchen. Sie finden die Erläuterung auf Seite 38 rechte Spalte meines Buches.
Keine Sorge, Sie haben Ihrem Zahn sicherlich etwas Gutes getan (falls es sich nicht um altes Tea Tree-Öl handelt, denn es wird leider sehr schnell Haut reizend).
TEEBAUM UND SICHERES GURGELN MIT ÄTHERISCHEN ÖLEN
Frage: Ich habe oft Halsschmerzen, meine Heilpraktikerin hat mir empfohlen, dann mit Teebaumöl zu gurgeln. Wie genau dosiere ich es?
Antwort: Zum Gurgeln mit Teebaumöl (oder auch anderen Ölen wie Zitrone, Salbei oder Bergamotte) sind vier Dinge zu beachten:
1) Es muss absolut frisch sein, dh nicht älter als sechs Monate nach dem ersten Öffnen, da dieses Öl unter Einfluss von Sauerstoff (oben in der angebrochenen Flasche) sehr hautreizende Peroxide bilden kann, u.a. Ascaridol. Auch wenn man keine Reizungen bekommen sollte, besteht die Gefahr, dass man sich mit den Peroxiden Allergien heranzüchtet.
2) Es muss von einer wirklich guten Firma stammen und darf nicht ein paar Euro für 30 ml kosten, denn dann handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um das echte Öl von Melaleuca alternifolia mit den entsprechend heilsamen, verträglichen und gut studierten Inhaltsstoffen (oder ist gar oxidiert, wie es eine Apotheke an einem Discounteröl nachweisen konnte).
3) Zum Gurgeln oder Inhalieren mit ätherischen Ölen reichen IMMER ein oder zwei Tropfen, denn in einem Tropfen ätherischen Öles stecken ganze Körbe voll mit der jeweiligen Heilpflanze, damit würde niemand inhalieren. Kürzlich haben meine Kursteilnehmer und ich 4,5 kg Lorbeerblätter klein geschnitten und destilliert und heraus kam noch nicht mal ein Tropfen!!!!!
4) Der Tropfen Öl sollte emulgiert werden, da ätherische Öle nicht wasserlöslich sind, also mit dem "offiziellen" Emulgator Solubol (Apotheke http://www.larome.de) oder mit Salz, Sahne oder Honig. Wegen der austrocknenden Wirkung von Salz wurde ich in deinem speziellen Fall davon abraten und zu Sahne raten, also 2 TL Sahne und ein Tropfen Teebaumöl gut vermischen und mit lauwarmem Wasser aufgießen und gut nach hinten rachenwärts gurgeln. Wenn du etwas davon verschlucken solltest, macht das nichts. Wenn dir der Geschmack nicht behagt, kannst du noch einen Tr. Zitronenöl hinzufügen. Oder das von einer Apotheke bei München hergestellte Mundwasser mit Teebaum bei http://www.etherischeoele.de/shop/index.php?page=shop.browse&category_id=10&option=com_virtuemart&Itemid=26 bestellen. Oder das fertige Gurgelmittel mit ätherischen Ölen von der Firma Bombastus in jeder Apotheke kaufen.
TEEBAUM FÜR KATZEN
Frage: In letzter Zeit habe ich mehrmals gehört, dass Teebaumöl für Katzen giftig sei. Die Tochter einer Freundin ist Heilpraktikerin für Tiere und begründet es damit, dass die Katzen den Duft zwar einatmen können, aber dass es bei der Ausatmung zu spastischen Krämpfen im schlimmsten Fall bis zum Tod kommt. Auch kämen im Winter, wenn die Duftlampen häufiger in Gebrauch sind, mehr Tiere mit solchen Beschwerden in die Praxis.
Ich habe meine ersten Erfahrungen mit Teatree an meinen Katzen und ihren vereiterten Zeckenbissen gesammelt. Die Wirkung war überzeugend, aber nach kurzer Zeit haben die Katzen auf den Duft wie wahnsinnig reagiert. Hast Du irgendwelche Erkenntnisse, die da weiterhelfen oder schreibt da wieder einer vom anderen ab und plappert es weiter? M. H.
Antwort: Es scheint tatsächlich etwas dran zu sein. Das mit dem für Katzen giftige Teebaum-Öl (Melaleuca alternifolia) stand vor einigen Jahren im Stern. Ich denke, das Problem hat mit dem extrem schnellen Verfall dieses Öls zu tun. Einerseits kaufen die Leute nur sogenanntes Teatree-Öl bei Discountern, darin kann viel 1,8-Cineol enthalten sein. Das ist der Bestandteil, der ähnlich wie Kampfer riecht und bei empfindlichen Lebewesen zu Atemwegskrämpfen führen kann (nicht umsonst kann man Motten und anderen Insekten mit Kampferprodukten auf den Leib rücken). Oder es stammt von einer anderen Melauca-Art, die eventuell nicht so gut verträglich ist.
Andererseits haben ein paar wenige Leute zwar kostbares, echtes und teures Öl der Melaleuca alternifolia, lagern es aber vielleicht zu lange, zu hell, zu warm, zu feucht. Dann bildet sich spätestens nach einem halben Jahr extrem hautreizendes Ascaridol, das vor allem im sauren pH-Bereich sehr reizt. Kein Wunder, dass Dermatologen gegen die Selbsttherapie bei Vaginal-Candida rebellieren, dort herrscht ein saures Milieu und genau dahin schmieren viele Frauen „literweise“ Teatree-Öl. Möglicherweise haben Katzen auch niedrigere pH-Werte auf Fell und Haut, keine Ahnung, auf alle Fälle sind es ja meistens sehr sensible Tiere. Sie haben ja auch eine viel höhere Körpertemperatur als Menschen und Hunde.
Mehr über ätherische Öle und Hydrolate für Tiere hier.
TEEBAUM – EIN FETTES ÖL?
Frage: Ich bin froh ihre Seite gefunden zu haben, denn ich habe zwei Fragen, zu denen es unterschiedliche Antworten gibt. Beinhaltet 100%iges Teebaumwasser ätherische Öle und gehört Teebaumöl zu den ätherischen Ölen oder zu den Fetten Ölen ??? Ich befragte einen kompetenten Apotheker und der teilte uns mit, dass Teebaumöl zu den sogenannten Fette Ölen gehören würde (Rizinus-Öl etc... ). Da aber Teebaumöl so stark riecht, bin ich mir seiner Antwort nicht ganz sicher! Ich hoffe, sie können mir helfen, diese Antwort ist wichtig! Weiterhin würde mich interessieren, ob auch Hunde mit Teebaumwasser äußerlich behandelt werden können und wenn ja, auf was sollte man bei dieser Anwendung achten. G.M.
Antwort: Ehrlich gesagt, von kompetent kann bei Ihrem Apotheker aber in dieser Hinsicht nicht die Rede sein. Teebaumöl (aus Melaleuca alternifolia) gibt es nur als ätherisches Öl, da die Blätter dieses Baumes (den ich als Bäumchen in meinem Garten stehen habe), aus denen das ätherische Öl gewonnen wird, keine Fette enthalten. Eine Analyse von möglichen Inhaltsstoffen kann der Herr Apotheker gerne in meinem Fachbuch „Aromatherapie für Pflege und Heilberufe” (Sonntag Verlag) nachlesen, darin findet er die Gaschromatogramme (die chemischen Analysen) von über hundert ätherischen Ölen.
Es gibt zwei Verwechslungsmöglichkeiten bei fetten und ätherischen Ölen: einmal das Lorbeeröl, das es in der fetten und in der ätherischen Variante gibt; das fette Öl (es ist butterartig fest) stammt aus den wie Mini-Oliven aussehenden Früchten des Lorbeerbaumes, das ätherische Öl wird aus den Blättern des gleichen Baumes gewonnen.
Zweitens: Beim wundheilenden Calophyllum-Öl (aus Calophyllum inophyllum) und beim Bronchien erweiternden Schwarzkümmelöl (aus Nigella sativa) handelt es sich um fette Öle, die noch Restbestandteile, ggfs. bis zu 2 Prozent an ätherischem Öl enthalten. Ganz selten findet man auch ätherisches Schwarzkümmelöl.
Teebaumhydrolat kann noch einige wenige Prozente an ätherischem Öl enthalten (bis zu 2 Prozent). Hunde kann man mit Teebaumhydrolat behandeln, überhaupt eignen sich die sanfteren Hydrolate besser als ätherische Öle zur Behandlung von Tieren.
SASSAFRAS
Frage: Wir sind auf der Suche nach Sassafras, ein etherisches Öl das zur Raucher-Entwöhnungs-Therapie eingesetzt wird. Bei unserem Fachhandel am Ort bekommt man es im Augenblick nicht mehr, da die Nachfrage zu gering ist. Oft liegt es aber an der Unbekanntheit dieses Etherischen Öl´s. Wir hoffen, dass sie uns dieses Sassafras anbieten können. A.R.
Antwort: Ich bin überhaupt keine Befürworterin der Anwendung des ätherischen Öles des Sassafras-Baumes, da es fast nur aus dem erwiesernermaßen Leberkrebs erzeugenden Phenylether Safrol (bis zu 95%) besteht, das heißt ja fast, den möglichen Lungenkrebs durch eine andere Krebsart ersetzen zu wollen.
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