Gesetzliche Regelung des Berufes AromatherapeutIn
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Großbritannien setzt Maßstäbe für
Europa
In Großbritannien ist der Beruf der Aromatherapeutin
(über 90 Prozent sind Frauen) bereits gesellschaftlich
gut anerkannt. Der Vorwort von Prince Charles in der 3.
Auflage des ausgezeichneten Standardwerkes von Shirley
und Len Price "Aromatherapy für Health Professionals"
zeigt dies eindrücklich. Auf der Insel arbeitet einigen
Jahren ein Kommitee des Dachverbandes der
Aromatherapie-Berufsverbände AOC an der staatlichen
Anerkennung des Berufes AromatherapeutIn. Der AOC besteht
seit elf Jahren und vertritt die Interessen von etwa 7000
AromatherapeutInnen. In Großbritannien wird seit über 20
Jahren in qualifizierter Aromatherapie ausgebildet, der
Beruf ist dort bereits sehr verbreitet und bei Patienten
weithin bekannt. Ausbildungsinstitute und Praktizierende
sind in gut einem Dutzend Berufsverbänden organisiert.
Das Kommitee des AOC - Aromatherapy Organisations
Council, www.aocuk.net,
das mit den Verhandlungspartnern im
Gesundheitsministerium fünfzehn Ziele für die gesetzliche
Anerkennung dieses Berufstandes erarbeitet hat, nennt
sich Aromatherapy Statutory Regulation Board (
www.asrg.co.uk
) und
wird vom Vorsitzenden Geoffrey Lawler geleitet. Dieser
war Abgeordneter des britischen Parlaments bevor er u.a.
als Unternehmensberater die gesetzliche Anerkennung des
Berufstandes der Chiropraktiker maßgeblich mit
durchsetzte. Weiterhin besteht das Kommitee aus vier
professionellen AromatherapeutInnen und sechs Laien, die
sich mit komplementärmedizinischen Methoden bestens
auskennen, da sie aus Presse, Medizin oder
Naturkosmetikbranche kommen.
Die Ziele umfassen eine klare Definition des
Arbeitsbereichs Aromatherapie – was kann und darf ein(e)
AromatherapeutIn – und eine Bestandsaufnahme über die
derzeitigen Möglichkeiten in diesem Berufsfeld.
Darüberhinaus werden Standards für die Ausbildungsgänge
festgelegt.Weiterhin wird das bereits bestehende Register
der eingetragenen praktizierenden Mitglieder ergänzt,
diese müssen sich an bestimmte Vorschriften und
Richtlinien halten. Es werden darin jährliche
Fortbildungen und Versicherungsfragen geregelt, aber auch
ethische Fragen (z.B. kein unlauterer Wettbewerb,
Schweigepflicht), Details bezüglich der Räumlichkeiten
(z.B. Lüftung, Beleuchtung, fließendes Wasser, Hygiene)
und Praxisführung (z.B. Praxisschild, Klienten-Register).
Es wird zwar sicherlich ein längerer Weg zur staatlichen
Anerkennung werden, doch der Erfolg ist so gut wie
sicher. Da es in Europa Niederlassungfreiheit für viele
Berufe gibt, könnten wir deutsche AromatherapeutInnen und
AromapraktikerInnen vielleicht Hilfe und Ideen bekommen,
wie dieser wichtige Beruf hierzulande etabliert werden
könnte, ohne die für diese Zwecke teilweise nutzlose
Heilpraktiker-Prüfung. In den USA kann man sich über die
Professional Training Organisation www.ptcny.com
in
Aromatherapie prüfen und registrieren lassen. Ein
Handbuch mit dem Prüfungsumfang und Musterfragen kann man
unter dieser Adresse kostenlos downloaden.
© Eliane
Zimmermann | Nachdruck und gewerbliche Verwendung nur mit
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