Adlerholz, Aquilaria malaccensis Lam.
Aquilaria crassna Pierre

früher: Aquilaria agallocha Roxb.

Seidelbastgewächse, Thymelaeaceae

Dieses auch unter dem geheimnisvoll klingenden Namen Oud bekannte ätherische Öl ist sicherlich der ungewöhnlichste Duft, den wir für die Aromatherapie zur Verfügung haben. Gleichzeitig ist es eines der teuersten ätherischen Öle der Welt: 1 ml kostet je nach Firma 70 Euro und mehr, das sind 3,50 Euro pro Tropfen!
Es kann nur gewonnen werden, wenn dieser ostasiatische Baum von einem Pilz (Aspergillus niger) befallen wird und wenn anschließend über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte entsprechende Abwehrreaktionen im Holz stattfinden, die zur Absonderung dieses schweren rauchig-erdigen Duftstoffes führen. Das ätherische Öl wird nach Einweichen der Holzstückchen in Wasser langsam und lange wasserdestilliert.

Da dieser Baum sowohl für die Herstellung von hochwertigem japanischen Räucherwerk unentbehrlich ist als auch – bis zur Erfindung des pharmazeutischen Produktes – als hoch wirksames pflanzliches „Viagra“ galt, wird dieser Baum, der nur noch selten in den tiefsten Urwäldern Kambodschas, Vietnams, Laos und Koreas zu finden ist, als fast ausgerottet eingestuft. Plantagen und die Infektion durch Menschenhand haben noch nicht zu ganz befriedigendem Ersatz geführt, der Faktor Zeit kann eben nicht beliebig beschleunigt werden.

Wenige ätherische Öle berühren Menschen so tief wie dieser Duft, es können schon mal spontan Tränen fließen, in Träumen passieren seltsame Dinge, Euphorie und Hochgefühle (Fliegen wie ein Adler) ergreifen manche Menschen, je nachdem, in welchem Seelenzustand sich der Mensch gerade befindet.
Schon die Bibel erwähnt diesen Duft unter dem Namen Aloeholz oder Aloth (Agarwood) als Kostbarkeit.

Schon auf Grund des hohen Preises ist Adlerholz kein Alltagsöl, es wird wohl auch kaum für die körperlichen Indikationen wie Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt werden. Es schenkt einem vielmehr eine kleine Auszeit aus dem Alltagstrott, es führt in einen Besinnungsmoment auf das Wesentliche und kann als Verwöhnöl für sich oder seine(n) Liebste(n) das sprichwörtliche Hohe Lied der Liebe olfaktorisch untermalen. Dafür verdünnt man es maximal 0,5-prozentig und mischt es mit feinen Lieblingsölen wie Champaca, Jasmin oder Vanille in Jojobaöl. Oder ganz biblisch mit Myrrhe, Weihrauch und Rose sowie jeweils einer Spur Kalmuswurzel und Cassiazimt.
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© Eliane Zimmermann | Nachdruck und gewerbliche Verwendung von Text und Fotos nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Eliane Zimmermann.
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Die untenstehende Mischung eignet sich als kostbares, schweres Parfüm. Sie ist pur und als Körperöl in Jojobaöl verdünnt unter dem Namen Song of Solomon erhältlich bei http://www.etherischeoele.de