Bay, Pimenta racemosa (Mill.) J. W. Moore, Pimenta dioica
(L.) Merr.
Myrtaceae, Myrtengewächse
Denke ich an Jamaika steigt der Duft des dort
allgegenwärtigen Bay Rum Trees, des Westindischen
Lorbeerbaumes, in meine Nase. Wenn man die dunkelgrünen,
glänzenden Blätter zerdrückt, duften sie stark nach Nelke
und Pfeffer. Die landestypische Küche des heißen
karibischen Inselstaates wird mit diesem Gewürz
verfeinert, was neben dem köstlichen Aroma die nützliche
Nebenwirkung hat, dass sich unerwünschte Mikroorganismen
weder im Essen noch im Magen beliebig ausbreiten können.
Der Baum, der mit Eukalyptus, Myrte und Teebaum verwandt
ist, wird in freier Natur knapp 30 Meter hoch, doch in
den zahlreichen Plantagen hält man ihn zwecks der
leichteren Ernte auf etwa 4 Metern. Der nahe Verwandte
Piment-Baum liefert das in der englischen Küche beliebte
Allspice-Gewürz, das sind pfefferkornartige Früchte, die
zu Nelken- und Pfefferaroma noch Anklänge von Muskat und
Zimt in sich bergen.
Deren ähnlich wie Nelke duftendes Öl wirkt stark
antibakteriell und antiviral durch seinen
Hauptbestandteil Eugenol. Die Anwendungsgebiete sind bei
beiden Ölen ähnlich, vor allem bei Infektionen im
Mundraum (Zahnfleisch, Zahnschmerzen, Mandelentzündung),
sie wirken stark schmerzstillend, ja betäubend und
greifen die Schleimhäute an, wobei Bayöl etwas weniger
reizend ist, da es meistens einen deutlich geringeren
Anteil an Eugenol enthält. Wegen der
durchblutungsfördernden und keimtötenden Eigenschaften
ist „Bay-Rum“, mit Baybeeren destillierter Rum, in
Jamaika das Allheilmittel gegen allerlei Wehwehchen, vor
allem wird es als Rasierwasser eingesetzt und als
Haarwasser bei Haarausfall und Kopfhautproblemen.
Haarwasser
Wuschelpeter
40 ml Gin oder Wodka
10 ml Rosmarinhydrolat
verschütteln mit
10 Tropfen Atlaszedernöl
6 Tropfen Bayöl
6 Tropfen Rosmarinöl
4 Tropfen Lavandinöl
4 Tropfen Ylang
Ylang-Öl
Übung
| Nehmen Sie Ihr
Fläschchen Bayöl zur Hand und fahren Sie gang, ganz
leicht mit einer Fingerspitze über den Tropfer. Benetzen
Sie ihre Zungenspitze mit lediglich einem Hauch des
ätherischen Öles, nur einigen Molekülen gewissermaßen.
Sie werden einen betäubenden Effekt bemerken, der bei
unvorhergesehenen Zahnschmerzen gute Dientse leisten
kann. Wie auch beim ätherischen Öl der Gewürznelke: Immer
nur ganz wenig verwenden, viel hilft nicht viel und kann
die Zahnnerven schädigen.
© Eliane
Zimmermann | Nachdruck und gewerbliche Verwendung nur mit
ausdrücklicher Genehmigung von Eliane Zimmermann.