Vor fünfzehn Jahren noch musste man, um ätherische Öle zu kaufen, meistens in eine Apotheke gehen. Immerhin hatte man das Gefühl, dass somit eine sehr gute Qualität gesichert sei. Hierzu gibt es zweierlei anzumerken.
Einerseits sind eine bestimmte Anzahl von ätherischen Ölen nach DAB (Deutsches Arzneibuch) standardisiert. Das heißt, dass man mit diesen Ölen die Gewähr hat, immer eine gleichbleibende Qualität zu erhalten. Diese Öle entsprechen in ihrer Zusammensetzung den gesetzlichen Bestimmungen, daraus dürfen therapeutische Mischungen, also mit Indikationshinweisen (z.B. “gegen Blähungen”), von den ApothekerInnen hergestellt werden.
Andererseits bedeutet das Standardisieren ein Eingriff in das ursprünglich unverfälschte Pflanzenprodukt: Es werden dem Öl Inhaltsstoffe zugefügt oder entnommen. Beim Hinzufügen sind auch synthetische Sustanzen erlaubt. Wie bei gutem Wein hängt die Zusammensetzung eines Qualitäts-Öles von verschiedenen wechselnden Faktoren ab, vor allem von Sonnenstunden, jedoch mutmaßlich auch von Regenmenge und Windstärken. Der Einfluss auf das Duft und Aroma, und damit auf die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, ist hier für die Kenner auch deutlich wahrzunehmen. Das Standardisieren nach DAB ist mit dem Verschneiden von billigen Weinen vergleichbar: noch durchaus genießbar aber eben nicht die feinste Auswahl.
Immer mehr Apothekerinnen und Apotheker sind in diesem Sinne “Feinschmecker” (Feinriecher?) und entscheiden sich für die Aufnahme von hochqualitativen ätherischen Ölen aus anderer Quelle. Meistens kennen sie sich mit der Materie bestens aus und bieten manchmal sogar Vorträge oder Workshops zur Aroma-Kunde an. Einige von ihnen stellen daraus zudem wertvolle Pflege- und Wohlfühlprodukte her.
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